
Es gibt viele Gründe, warum ein Projekt einfach oder schwer zu steuern ist. Ein Baustein neben Projektorganisation ist die Stimmigkeit von Projekttyp zur Projektmethode:
Projekttyp 1: Klares Ziel, gute Planbarkeit, Konzeption kann erstellt werden:
Projekte mit stabilen und eindeutigen Anforderungen, vorgegebenen Prozessen und entsprechendem Dokumentationsbedarf sind eher für die klassische Wasserfall-Methode geeignet. Die vorgegebene Zeitplanung und Budgethöhe geben einen Rahmen vor, um die klar bestimmbare Aufgabe umsetzen zu können. Das Projekt kann in bestimmten Phasen geplant und gesteuert werden.
Projekttyp 2: innovatives Vorhaben, Teilergebnisse & zeitnahe Rückmemldungen bestimmten den Fortgang:
In einem dynamischen Umfeld mit hoher Innovations- oder Lernrate und selbstorganisierten Teams ist das agile Projektmanagement eine sinnvolle Projektmethode. Teilweise ist das Ziel unscharf formuliert und hängt von Zwischenergebnissen ab. Diese Zwischenergebnisse werden in Sprints erarbeitet.
Im folgenden eine sehr grobe Beschreibung der beiden Ansätze:
Voraussetzung für das Projekt ist eine Zielsetzung, gemeinsames Verständnis und grobe Meilensteine. Ergebnis dieses Prozesses ist zumeist ein Projektsteckbrief.
Danach erfolgt im Projektmanagement die Planung in sechs systemtisch aufeinander aufbauenden Schritten. Hierbei kann je nach Projektgröße die Planungstätigkeit angepasst werden - die Pläne können also unterschiedlich intensiv asugearbeitet werden:
Dabei ist die Planung am Ende der Planungsphase nicht endgültig abgeschlossen, sondern zieht sich als dynamischer Prozess durch das gesamte Projekt. Denn veränderte Bedingungen im Projekt, neue Erkenntnisse oder einfach Abweichungen von den Plandaten erfordern eine ständige Anpassung der existierenden Planung.
Beim agilen Projektmanagement wird die gemeinsame Produktvision erstellt, der Business‑Nutzen und grobe Erfolgskriterien definiert und von allen Stakeholdern bestätigt und deren Verständnis abgesichert.
Danach werden die entsprechenden Teams und Rollen erstellt und zusammengestellt.
Gemeinsam mit dem Product Owner wird dann die Erstellung einer Sammlung von Arbeitselementen erstellt ("Backlog"), die aus User Stories besteht und nach Wert priorisiert wird, damit ein erster Sprint vorbereitet werden kann.
| Kriterium | Wasserall-Ansatz | Agiler Ansatz |
|---|---|---|
| Umgang mit Änderungen | Änderungen unerwünscht, es sollen die Konzepte umgesetzt werden. Für Änderungen gibt es ein festgelegtes Change-verfahren. | Änderungen willkommen, Teil des Prozesses und Teil der Methode |
| Planbarkeit | Sehr hoch | Flexibel, rollierende Planung |
| Kundenbeteiligung | Eher am Anfang & Ende | Kontinuierlich |
| Liefermodell | großes „Endprodukt“ | mehrere (z.t. kleine) funktionierende Bausteine |
| Geeignete Umfelder | Stabil, reguliert, vorhersagbar | Dynamisch, komplex, unsicher |
| Risiko | Risiko wird früh angenommen | Risiko wird laufend reduziert durch Feedback |